Rehkitzrettung – so soll es sein!

Früh am Morgen an einer Wiese irgendwo im lippischen Osten. Vier Leute stehen am Rand einer Wiese, die heute gemäht werden soll…
Ein Team von ‚Save-The-Kitz‘ ist vor Ort. Der Drohnenpilot, die Beobachterin mit Videobrille und zwei Helfer sind vor Ort. Der verantwortungsvolle Landwirt, dem die Wiese gehört, hatte die ehrenamtlichen Helfer für die Rehkitzsuche einige Tage zuvor über den Mahdtermin informiert und um Unterstützung gebeten.

Es geht los: Der Pilot macht die Drohne startklar. Ein paar Sekunden dauert es, bis die Elektronik und das GPS sich gefunden haben. Schnell wird der Flugplan noch vom Laptop in den Speicher der Drohne eingespeist, und dann startet der Pilot die Drohne und bringt sie auf Höhe.
Nichts wird dem Zufall überlassen… am Abend vorher wurde der Flugplan auf Grund von Luftaufnahmen des zu befliegenden Schlages erstellt, die der Landwirt über die Plattform ‚www.agrarmonitor.de‘ übermittelt hatte. Eine spezielle Software hat die GPS-Daten unter Angabe von Flughöhe (ca. 30 m), Fluggeschwindigkeit (ca. 3 -5 m/s) und Berücksichtigung des Bildwinkels der Kamera berechnet und konnte das Befliegungsraster ermitteln.

Vorm Einsatz! Das Zubehör…

Ein Schalter an der Fernsteuerung schaltet die Drohne auf Automatikbetrieb um. Der Pilot kann entspannen, aber ab diesem Moment ist die Beobachterin mit ihrer Datenbrille, in der das Infrarotbild angezeigt wird, gefragt. Die Drohne fliegt, per GPS gesteuert, autonom Spur für Spur den Schlages ab. Minuten vergehen…

Flugplan!

Plötzlich kommen Kommandos von der Beobachterin: “Stop! … etwas zurück!“. In ihrem Display hat sie einen hellen Fleck im Wärmebild erkannt. Der Pilot schaltet die Drohne sofort wieder auf manuelle Steuerung um, denn jetzt muss er reagieren. „Noch etwas zurück… etwas rechts… tiefer“ kommen die Anweisungen der Beobachterin. „Ja, das ist etwas!“! Die Drohne steht jetzt genau über dem Ziel. Ist es ein Kitz, ein warmer Maulwurfshaufen oder ein Hase in seiner Sasse?

Die Helfer, mit Funkgeräten ausgestattet, laufen ins Feld. Gut 300 m müssen sie bis zum vermuteten Standort zurück legen. Ohne Funkverbindung geht da gar nichts! Kurz, bevor die Helfer den vermeintlichen Zielpunkt erreichen, sieht die Beobachterin deren Wärmesignatur auch auf ihrer Videobrille und kann sie punktgenau lotsen. „Zwei Meter noch… ja, jetzt vor euch… suchen, nicht drauftreten“! Erfolg! Schnell rupft ein Helfer etwas Gras ab, greift mit Handschuhen und dem Gras das Kitz und befördert es in den speziellen Tiertransportkarton. Darin gut verwahrt wird es dann zum Feldrand getragen. Der Pilot schaltet wieder auf Automatik, die Beobachterin konzentriert sich erneut…

Geborgen!

So sollte idealerweise eine Kitzrettung ablaufen. Leider fehlen uns Piloten und Helfer! Der Pilot darf aus rechtlichen Gründen seinen Standort nicht verlassen, auch wenn die Drohne autonom fliegt, ein Beobachter muss trainiert werden, um die Ziele im Wärmebild beurteilen zu können, und Helfer können auch gern von den Auftraggebern gestellt werden.